Zwei Tage nach der Ankündigung des Staatsrats reagierte die Dachorganisation für Rebe und Wein. Sie begrüßt zwar die kantonale Kofinanzierung der Rodung, hält die Beträge aber für unzureichend und fordert Eingriffe in die Marktstrukturen. Der Mengenrückgang allein wird nicht ausreichen, um die Rentabilität wiederherzustellen.
In dieser Woche hat der Kanton seine Beteiligung an der föderalen Kofinanzierung für die freiwillige Rodung von Rebstöcken angekündigt. Für die Branche wurde die Entscheidung erwartet. "Gewünscht, nein. Erwartet, leider ja", fasst Cynthia Chabbey, stellvertretende Direktorin des IVV, zusammen. Sie beschreibt eine "beispiellose und dramatische" Situation, die von zwei kleinen Ernten, einem sinkenden Konsum von Schweizer Wein und einem erhöhten Importdruck geprägt ist. Mehrere Hersteller erreichen nicht mehr die Rentabilitätsschwelle.
Eine eingeschränkte Maßnahme
Die Beihilfe kann 1,65 Franken pro Quadratmeter für stark abfallende Parzellen erreichen. Das IVV erkennt die Notwendigkeit einer Unterstützung an. "Es ist eine Notwendigkeit, damit die Menschen leben können", betont Cynthia Chabbey. Die Ausrottung wird jedoch immer noch als konjunkturbedingte Reaktion wahrgenommen.
Die angegebenen Beträge decken nicht alle Kosten ab. Der Berufsstand hatte einen Bedarf zwischen 2,50 und 3 Franken pro Quadratmeter erwähnt, um die Kosten für das Ausreißen aufzufangen. Im Grossen Rat laufen derzeit Gespräche über eine Erhöhung des Budgets.
Die Frage der Renditen
Der Staatsrat hat auch den Spielraum des IVV erweitert, um die quantitativen Produktionsgrenzen der AOC anzupassen. Die Branchenvertretung könnte daher eine deutlichere Senkung der Erträge pro Quadratmeter vorschlagen.
Diese Spur überzeugt die Branche nicht ganz. Die Produktionskosten liegen bei etwa 4 Franken pro Quadratmeter. "Die Winzer werden nicht durch eine Verringerung der Produktion unterstützt", meint Cynthia Chabbey und hebt den Unterschied zwischen diesen Kosten und einigen auf dem Markt praktizierten Preisen hervor.
Eine Debatte über den Wert
Für den IVV geht die aktuelle Krise über das bloße Volumen hinaus. Sie fordert eine Reflexion über die Kontingente, aber auch über den großen Vertrieb. "Es gibt keinen Verbraucher, der ein Produkt kaufen möchte, obwohl er weiß, dass er einen Teil der Produzenten gestohlen hat", meint die stellvertretende Direktorin und spricht von preislich verkauften Flaschen.
Die Rodung, verbunden mit einem zehnjährigen Wiederbepflanzungsverbot auf den betreffenden Parzellen, wird die Physiognomie des Walliser Weinbergs nachhaltig verändern. Es bleibt abzuwarten, ob diese strukturellen Anpassungen ausreichen, um das wirtschaftliche Gleichgewicht wiederherzustellen, oder ob sie eine breitere Debatte über den Platz und die Aufwertung des Schweizer Weins auf seinem eigenen Markt eröffnen werden.
Source : RhôneFM